Der Blog zieht um

Donnerstag, 06.09.2012

Der Blog ist umgezogen. Die neue Adresse ist:

http://pascal-in-toulouse.blogspot.fr/

Session intensive

Dienstag, 04.09.2012

Heute war der erste Tag der Integrationssession. First things first: Ich werde diese Woche und am nächsten Montag da sein müssen, anschließend habe ich frei bis Oktober. Da wird also richtig schön Zeit sein zu reisen und ein bischen Geld auf den Kopf zu hauen. Ansonsten wird der Uni-Alltag eher unspaßig. Die Vorlesungen sind immer zweistündig, vier pro Tag, und am Nachmittag gibt es dann gemeinsames Hausaufgaben machen im gleichen Klassenverband von zwölf Leuten aus den Vorlesungen bis 17:30 Uhr. Nur der Donnerstag Nachmittag ist frei und dem Sport gewidmet.

Meine Miterasmusse sind sechs Spanier und eine Polin. Die Polin spricht ziemlich gut französisch. Die Spanier sprechen sehr gut spanisch und ein bischen weniger gut französisch. Dafür sind sie aber extrem sympatisch. Mit dieser Gang wird es bestimmt noch sehr witzig werden. Die Uni selbst ist auf den ersten Blick eher zweite bis dritte Wahl. Die Gebäude sind ziemlich runtergekommen, Röhrenbildschirme, mickrige Versuchsstände. Ich glaube hier konzentriert man sich sehr auf die Lehre und nicht so sehr auf Oberflächlichkeiten...

Inzwischen weiß ich, dass es an mir liegt, bei meinem Mitbewohner funktioniert das Internet. Wenn ich meinen Laptop an sein Kabel anschließe geht es nicht. Mal schauen, wie ich das Problem löse, aber wahrscheinlich werde ich mir einen kleinen W-Lan Router kaufen müssen. Mist, davon hätte ich zu Hause noch einen über gehabt.

Wohnheim

Montag, 03.09.2012

Ich habe ein neues zu Hause. Nach dem Aufstehen habe ich mich mit den beiden Koffern durch den Berufsverkehr in der Bahn gekämpft und konnte schließlich mein Zimmer im Wohnheim beziehen. Freitagabend wurde ich tatsächlich im Wohnheim erwartet, aber der Nachtwächter ist wohl neu und anscheinend noch nicht so vertraut mit der Klingel, dass er nachts auf sie reagieren kann.

Das Zimmer ist circa doppelt so groß wie das Hotelzimmer inklusive Bad aus der ersten Nacht. Auch der Gemeinschaftsbereich ist riesig - eigentlich für sieben Leute angelegt, aber dieses Semeseter werden es nur ich und zwei andere Jungs sein. Die beiden habe ich aber noch nicht kennengelernt. Auf jeden Fall macht das Wohnheim einen sehr ordentlichen und guten Eindruck, nur das Internet funktioniert leider noch nicht.

Ich werde mich jetzt erstmal ein bischen einrichten und dann nochmal in die Stadt losziehen. Tagesziel ist auf jeden Fall eine U-Bahn Monatskarte und eine französische Handynummer. Für heute abend habe ich Studentensphaghetti (nur mit Olivenöl und Knoblauch) und Gitarre spielen geplant. Morgen gehts dann zum ersten Mal in die Uni zum Einführungskurs.

Achja, da ist noch eine Sache: Eine Einzelfahrkarte mit der Bahn kostet hier 1,60€. Eine Monatskarte kostet, ob Student oder Fondsmanager: 10€. Denke hier wird deutlich weniger schwarz gefahren als in Hamburg...

Quai de la Dorade

Sonntag, 02.09.2012

Bin gerade mit leichtem Kater bei Yohan aufgewacht, nachdem wir gestern zu viert die Stadt unsicher gemacht haben. Vorsicht bei Flaschen Alkohol, die auf der Rückseite kein Etikett haben. Was wir erlebt haben? Erstmal klassisch vortrinken bei Olivier, dem Kumpel von Yohan. Der ist zufällig begnadeter Musiker auf scheinbar jedem Instrument, deshalb wurde natürlich erstmal eine Runde gejammt. Er auf dem Violoncello, ich auf der Gitarre und schon haben sich die 50€ Extrakosten gelohnt. Anschließend sind wir in eine Bar gegangen, die gut und gerne meine Toulouser Lieblingsbar werden könnte. Dort gibts auch Musikinstrumente und schon lief die zweite Jamsession. Le Cherche Ardeur heisst der Laden, sehr geil.


Anschließend haben wir uns noch an die Garonne gesetzt und da ein bischen am Wasser gechillt. Am Quai de la Dorade (Titelfoto) fühlt man sich auf jeden Fall schnell heimisch, denn als Hamburger ist man es ja gewohnt nach dem Feiern noch an der Elbe zu sitzen und man lernt hier schnell viele nette Leute kennen.

Am Sonntag Abend ist dann bei den Jungs noch der Schmachter aufgekommen. Nur blöd, dass man in Toulouse Zigaretten nur bei Tabakläden bekommt von denen nur einige wenige am Sonntag aufhaben. Kurzfristig wurde das Problem gelöst indem alte Kippen aus dem Aschenbecher gefischt, aufgebröselt und zu einer neuen, vermutlich besonders schmackhaften Zigarette gedreht wurden. Ziemlich schnell war aber der Aschenbecher vollständig recyclet, deshalb mussten wir einen weiteren kleinen Spaziergang machen. Nach circa 5 km Fußmarsch sind wir dann an einem der berüchtigten Tabakläden angekommen wo die Schlange weit bis auf die Straße ging...

Tag 1 (01.09.2012)

Samstag, 01.09.2012

Nach dem Aufstehen gegen 10 Uhr habe ich mich auf den Weg zum Bahnhof gemacht, um meine riesigen Koffer loszuwerden. Der einzige Weg zu den Schließfächern führt über Gleis 1, wo gerade geboardet wird. Die circa 15000 Menschen, die in den Zug nach Paris wollen, müssen an einer einzigen Person vorbei, die die Tickets vor dem Einsteigen alle einzeln abscannt. Interessant. Noch interessanter ist, dass ich, da ich natürlich nicht zufällig ein Ticket nach Paris in der Tasche habe, warten muss, bis alle 15000 Menschen eingestiegen sind, bevor ich zu den Schließfächern kann. Allerdings kommt circa zehn Minuten nach meiner Abfuhr ein junger Ami um die Ecke und gleichzeitig ein älterer Beamter dazu, der dem ersten helfen soll. Der lässt den Ami, der auch nur Koffer loswerden will durch und nach einer kurzen “warum er und ich nicht”-Debatte kann ich auch weitergehen.

Ich kann also meine Koffer loswerden. 24 Stunden für 9,50€. Super Preis, ich bin kurz glücklich. Dann merke ich, dass meine Gitarre mit dem schönen neuen Koffer nicht in das größte der Schließfächer passt. Der astronomisch große Koffer dagegen schon! Naja, meine suboptimale Lösung sieht so aus, dass ich die Gitarre aus dem Koffer nehme und zu dem Riesending in das Schließfach lege. Mit dem leeren Koffer und einem Rucksack mache ich mich schließlich auf den Weg ein Internetkaffee mit Frühstück aufzusuchen. Auf dem Weg hinterlasse ich noch eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter des Wohnheimgurus und beschließe über das Wochenende erstmal in einem Hostel oder bei einem Couchsurfer unterzukommen.

Das funktioniert. Ich habe etwa zehn oder zwanzig Couchsurfer angeschrieben und noch bevor ich damit fertig bin, ruft die erste auf meinem Handy an. Sie sagt, sie wohne schon länger nicht mehr in Toulouse (hups, Profil nich gelesen), aber will sich gerne darum kümmern, dass ich bei ihren Eltern oder einer Freundin unterkomme. Sie sagt sie meldet sich später wieder. Nachdem ich ein paar andere Sachen im Internet erledigt habe, gucke ich nochmal in meine E-Mails und ein anderer CSler hat schon fest zugesagt. Geil, heute Abend werde ich also schon unter Leute kommen.

Achja, wenn man nicht aufpasst, kann man hier in Toulouse am Kiosk schnell mal für einen Liter Wasser und eine Banane 4€ bezahlen, Mist.

Ankunft (31.08.2012)

Samstag, 01.09.2012

Ich habe mir in den Kopf gesetzt ein paar meiner Gedanken, die mir während meines Aufenthalts in Toulouse durch den Kopf schwirren, aufzuschreiben. Ob ich tatsächlich regelmäßig dazu komme, oder es bei diesem einzelnen Eintrag bleibt, wird sich zeigen. Spannend ist auch, ob ich, oder irgend ein anderer armer Irrer, diesen Schund tatsächlich mal lesen wird.

Meine Ankunft war auf jeden Fall schonmal ähnlich spannend. Landung war etwa gegen 22:00 Uhr und bei den Gepäckbändern war natürlich erstmal die Gitarre verschwunden (die mich übrigens 55€ extra gekostet hat). Also erstmal zur Information, wo man mir freundlich erklärte, dass die Gitarre beim Sperrgepäck bei Band 8 und nicht bei dem einzigen sichtbaren Band 1 war. Klar, sowas weiß ja jeder, wieso sollte man dafür ein Schild aufstellen.

Dann die große Frage, wird mich jemand von Erasmus abholen und zu dem Studentenwohnheim begleiten? Nein. Also rein ins nächstbeste Taxi und ab zur Adresse des Wohnheims. Dort angekommen (mitten im Industriegebiet) hatte ich kurz einen hellen Moment: Ich bat den Taxi Fahrer doch bitte kurz zu warten, falls keiner die Tür öffnet. Das erwies sich als sehr weise, da natürlich keiner aufmachte und weit und breit keine Menschen oder taxibefahrenen große Straßen vorhanden waren. Erstmal also kein so großartiger Eindruck von Uni und Wohnheim. Ziemlich im Abseits, das Ganze.

Naja es gibt schlimmeres. Also mit den onehin schon vorhandenen 20€ auf der Taxiuhr weiter ein hoffentlich offenes Hotel zu finden. Nach weiteren 18€ Taxifahrt und drei ausgebuchten Hotels, habe ich dann eines gefunden. An der Rezeption wollte mir der freundliche Herr den Schlüssel zwar erst geben, nachdem ich ihm versichert habe, dass ich nicht klaustrophobisch veranlagt bin, aber dafür kostete das schöne Zimmer auch nur schlappe 40€.

Super dieses Zimmer. Ein Schlafzimmer und ein Bad auf insgesamt circa 15 qm! Egal wo ich meinen immens großen Koffer hinstelle, keine Bewegung, die ich machen könnte ohne den Koffer zu verschieben. Fenster gibt es leider auch keine. Naja eins gibt es, aber das ist nur aufgeklebt. Mein letzter Gedanke ist daher, dass ich auf jeden Fall den Wecker stellen muss, weil mich bestimmt nicht die aufgehende Sonne wecken wird...